Frauentreff - ein beachtliches Projekt

SI Deutschland würdigt Initiative des Passauer Clubs

 

„Wir wissen schon lange, dass niederschwellige Vor-Ort-Angebote für Migrantinnen auch im ländlichen Raum wichtig sind. Mit dem Veranstaltungsformat `Frauentreff´ in bisher vier Gemeinden des Landkreises Passau haben wir sehr erfolgreich dezentrale Fördermöglichkeiten für Frauen geschaffen“, so Patrizia Hager, Integrationsmanagerin des Landkreises Passau.

 

 

Gemeinsam mit der ehemaligen Integrationslotsin der Caritas, Martina Koch, hat Patrizia Hager 2019 zunächst in Eging, dann auch in Hartkirchen, Hauzenberg und Bad Griesbach die Frauentreffs gestartet. Da allerdings keine staatlichen finanziellen Mittel zur Verfügung standen, leistet der Soroptimist Club Passau die dafür notwendige Anschubfinanzierung.

 

„Generell ist uns die Förderung jeder Frau wichtig – gerade dann, wenn sie sich in einer schwierigen Lebenssituation befindet“, betont die Präsidentin des SI-Clubs Passau, Bettina Denz. Die Soroptimistinnen bilden ein weltweit agierendes Netzwerk berufstätiger Frauen, die sich gesellschaftspolitisch für Frauenrechte und Bildung einsetzen.

 

 

Fakt ist: Migrantinnen mit Kindern, die in Gemeinden des ländlichen Raums leben, haben häufig keinen Zugang zu Bildungs-, Informations- und Begegnungsangeboten. Meist sind diese zentral in den Mittelzentren verortet und zu den jeweiligen Veranstaltungszeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer oder gar nicht zu erreichen.

 

„Vielen Frauen, gerade mit Kindern unter 3 Jahren, ist es kaum möglich, die eigenen Fähigkeiten im Bereich Sprachkompetenz und Bildung auszubauen, wenn sie dafür zunächst den Wohnort verlassen müssen. Das Familien-Management nämlich ist meist Frauensache“, so Soroptimistin Dr. Elisabeth Hück.

 

 

Um Isolation und fehlender gesellschaftlicher Teilhabe entgegenzuwirken, bieten die Frauentreffs die Möglichkeit, sich auszutauschen, mit Frauen in ähnlicher Lebenslage in Kontakt zu kommen, Grundlagen der deutschen Sprache zu erlernen und Informationen über das Leben in Deutschland zu bekommen. Die Kinder werden während dieser Zeit betreut. Die Frauentreffs kooperieren mit etablierten Informationssystemen wie MiMi, elterntalk und diversen Beratungsstellen für Migrant*innen, die zu den Treffen eingeladen werden können und mehrsprachig agieren.

 

Die Leitung der Frauentreffs wird so genannten „etablierten Migrantinnen“ übertragen, die bereits über gute Deutschkenntnisse verfügen und eine pädagogische Ausbildung in ihrem Heimatland (z.B. Syrien, Rumänien oder Iran) absolviert haben.

 

„Die Wertschätzung eigener Kompetenzen und die Ermutigung für ein aktives Engagement in der deutschen Gesellschaft ist für die Frauen eine wichtige Motivation, an den Treffen teilzunehmen“, sagt Patrizia Hager.

 

 

Die Nachfrage nach der Bildung neuer Gruppen ist groß. Das erfolgreiche Projekt wurde bereits auf dem Bayerischen bzw. Deutschen Städtetag und im bayerischen sowie im deutschen Innen- und Sozialministerium vorgestellt. Weitere Fördergelder wurden beantragt.

 

Das Frauentreff-Projekt wird nun im Monat September als herausragendes Projekt auf der Website von Soroptimist International Deutschland im Bereich Bildung aufgeführt (www.soroptimist.de). In Deutschland gehören über 6700 Frauen, weltweit 75 000 Frauen der Service-Organisation an. Das Netzwerk wird genutzt, um weltweit und auch vor Ort die Lebensbedingungen für Frauen und Mädchen zu verbessern.

 

„Wir Soroptimistinnen vom Club Passau freuen uns, dass wir mit den Einnahmen des alljährlichen Neujahrsbenefizkonzertes in der Redoute Passau und gemeinsam mit den kommunalen Institutionen so ein tolles Projekt umsetzen können“, fügt SI-Präsidentin Bettina Denz hinzu.